Berufsorientierung einmal anders: Eine Woche lang sammelte die Klasse 8c der Cesar-Klein-Schule praktische Erfahrungen, lernte verschiedene Ausbildungswege kennen und knüpfte erste Kontakte zu Unternehmen aus der Region.
Die Woche vor den Herbstferien stand für den 8. Jahrgang der Cesar-Klein-Schule ganz im Zeichen der Berufsorientierung. Statt ausschließlich im Klassenraum über Ausbildung und Berufswahl zu sprechen, ging es für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8c hinaus in die Arbeitswelt – und diese erwies sich als ausgesprochen abwechslungsreich.
Den Auftakt bildete am Montag ein Besuch im Maritim Seehotel Timmendorfer Strand. Zwei Mitarbeiterinnen des Hotels gaben der Klasse einen Einblick in die vielseitige Welt der Hotellerie und stellten verschiedene Ausbildungsberufe vor. Dabei ging es nicht nur um Informationen: Einige Berufsbilder wurden den Schülerinnen und Schülern auf spielerische Weise nähergebracht. Bei einer anschließenden Führung konnten sie außerdem die unterschiedlichen Bereiche des großen Hotels kennenlernen und einen Blick hinter die Kulissen werfen.
Für eine besondere Überraschung sorgte schließlich die Hotelküche: Zum Mittagessen spendierte das Maritim der Gruppe frisch gebackene Pizza. Neben vielen neuen Eindrücken entstanden dabei auch erste Kontakte, die für spätere Praktika und möglicherweise sogar für einen Ausbildungsplatz interessant werden könnten.
Am Dienstag wechselte der Lernort wieder in die Schule. Zwei Auszubildende der Sparkasse Holstein waren zu Gast und gestalteten ein Bewerbungstraining für die Klasse. Sie stellten zunächst ihr Unternehmen und verschiedene Ausbildungsberufe vor. Anschließend ging es ganz praktisch um die Bewerbung: Was gehört in einen guten Lebenslauf? Worauf kommt es bei einem Anschreiben an? Und welche Aufgaben können in einem Einstellungstest auf Bewerberinnen und Bewerber zukommen? Letzteres konnten die Jugendlichen gleich selbst ausprobieren – bei einigen durchaus kniffligen Aufgaben war Köpfchen gefragt.
Am Mittwoch führte der Weg nach Lübeck zum Berufsinformationszentrum (BIZ) der Agentur für Arbeit. Dort konnten die Schülerinnen und Schüler mithilfe von Selbsteinschätzungstests mehr über ihre eigenen Stärken, Interessen und mögliche Schwächen herausfinden. Die Ergebnisse lieferten erste Anhaltspunkte dafür, welche Berufsfelder zu den persönlichen Fähigkeiten und Interessen passen könnten. Eine wichtige Erfahrung, denn die Frage „Was kann ich eigentlich gut – und welcher Beruf könnte dazu passen?“ wird für die Jugendlichen in den kommenden Jahren zunehmend konkreter.
Für Abwechslung sorgte am Donnerstag der Besuch eines Azubi-Teams der Schwartauer Werke. Neben weiteren Informationen zu unterschiedlichen Ausbildungsberufen konnten die Schülerinnen und Schüler das Unternehmen sogar mithilfe von VR-Brillen erkunden und so einen ungewöhnlichen Einblick in die Produktion gewinnen. Besonders viel Engagement erforderte ein anschließendes Planspiel: Die Klasse sollte die fiktive Einführung eines neuen Trendprodukts – eines „Dubai-Schokoladen-Müsliriegels“ – planen. Dabei übernahmen die Jugendlichen verschiedene Aufgaben und lernten spielerisch, wie unterschiedliche Abteilungen eines Unternehmens zusammenarbeiten müssen, damit aus einer Produktidee am Ende ein erfolgreiches Produkt werden kann.
Zum Abschluss der Projektwoche wurde es am Freitag wieder ganz praktisch. Für ihr persönliches Berufsvorbereitungsportfolio erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler einen eigenen Lebenslauf und ein Bewerbungsanschreiben. Die Unterlagen sollen künftig als Grundlage dienen, wenn die ersten Bewerbungen für ein Praktikum oder später für einen Ausbildungsplatz anstehen.
Eine Woche lang erhielten die Jugendlichen damit die Gelegenheit, verschiedene Branchen kennenzulernen, eigene Stärken zu entdecken und ganz nebenbei wichtige Kontakte zu regionalen Unternehmen aufzubauen. Die Projektwoche zeigte dabei eindrucksvoll, wie vielfältig Berufsorientierung gestaltet werden kann, wenn Schule und Arbeitswelt miteinander verbunden werden. Für die Schülerinnen und Schüler der 8c dürfte damit nicht nur die ein oder andere neue Berufsidee entstanden sein – auch die Erkenntnis, dass der Weg in die Arbeitswelt viele spannende Möglichkeiten bereithält, dürfte bei einigen gewachsen sein.
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